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Persönlichkeiten aus Bialla

Biografien von Persönlichkeiten, die in Bialla oder der Umgebung geboren wurden oder dort wirkten – im Originaltext der deutschsprachigen Wikipedia. Familienforscher finden hier oft Hinweise auf Familien, Berufe und Wirkungsorte.

Martin Maletius (1634–1711) · geboren in Biała Piska

Martin Maletius (* 9. Januar 1634 in Bialla; † 13. Januar 1711 in Königsberg) aus der Familie Maletius war preußischer Theologe und Pfarrer an der polnischen Kirche Steindamm in Königsberg.

Herkunft und Jugend

Martin Maletius war Sohn des Pfarrers von Bialla Hieronymus (III.) Maletius (1589–1662) und dessen Frau Sara Drigalski (1590–?). Weiterhin war er ein Urenkel von Hieronymus (I.) Maletius. Seine schulische Ausbildung begann er an der Schule von Bialla und ging ab 1643 auf die Schule im Königsberger Kneiphof. Während dieser Zeit wohnte er bei Rektor Neufeld, da seine Familie weiterhin in Bialla lebte. Die Schule beendete er 1648 und wurde am 22. Juni des Jahres „zur Akademie“ entlassen. Bereits zwei Tage darauf immatrikulierte er sich an der Universität in Königsberg für die Fächer Theologie und Philosophie.

Die Jahre bis 1682

Seine vermutlich erste Anstellung erhielt Martin Maletius am 19. Juni 1660, als er Konrektor der Lycker Schule. Dort arbeitete er die folgenden zwei Jahre. Als im Jahr 1662 sein Vater starb, wurde er am 11. Juli des Jahres durch den Lycker Erzpriester Karenke als dessen Nachfolger in Bialla eingeführt. Die Ordination erfolgte bereits am 17. Juni 1662 in der Königsberger Residenzkirche durch den kurfürstlichen Hofprediger Christian Dreier.

Ab 1664 und noch 1695 wird er mit einem Anteil am Gut Regelnitzen genannt, welches sich seit 1544 in Familienbesitz befand. Während seiner Amtszeit in Bialla heiratete er am 18. Oktober 1665 Dorothea von Pelkofski (1648–1707), die Tochter des Kurfürstlichen Landrichters im Amt Oletzko Johann von Pelkofski. Als 1674 der Pfarrer der Kirche Klaussen im heutigen Klusy in der Landgemeinde Orzysz, Albert Konopka, verstarb und die Pfarrstelle frei wurde, bewarb sich auch Martin Maletius um das Amt. Er wurde angestellt und am 4. Dezember 1674 durch den Lycker Erzpriester Thilo eingeführt.

Als Pfarrer in Königsberg

Durch den Tod des Pfarrers George Skrodzki 1682 wurde die Pfarrerstelle an der Königsberger polnischen Kirche am Steindamm frei. Die Bewerbung durch Maletius erfolgte wohl sehr zeitnah, denn er wird bereits am 27. April als Pfarrer eingeführt. Während seiner Amtszeit in Königsberg hatte er mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. So z. B. 1686 mit in Königsberg einquartierten Soldaten, welche die Predigt störten, Scheiben einschlugen und den Friedhof nicht nur zum Spießrutenlaufen zweckentfremdeten, sondern auch die Grabruhe missachteten. Maletius versuchte dem Ganzen mit einem Brief an die Oberen und einem Verweis auf ein 1666 erlassenes Gesetz ein Ende zu bereiten. Mit seinem Tod am 13. Januar 1711 endete auch seine Amtszeit als Pfarrer.

Nachkommen

Er hatte fünf Söhne und sechs Töchter, von denen aber zwei Söhne und drei Töchter vor ihm starben. Einer der Söhne mit dem – traditionsreichen – Namen Hieronymus (1667–1700) schlug die geistliche Laufbahn ein und war von 1692 bis zu seinem Tod Diaconus in Johannisburg. Ein anderer, Johann, war Richter, Stadtschreiber und Bürgermeister von Johannisburg.

Quellen

Akte im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin-Dahlem: XX EM HA 103d 921. (Dort auch weitere Akten zum Thema)

Fritz Gause: Die Geschichte der Stadt Königsberg in Preußen. Köln & Wien (Böhlau Verlag) 1972.

Friedwald Moeller: Altpreußisches evangelisches Pfarrerbuch von der Reformation bis zur Vertreibung im Jahre 1945 Bd. 1. Hamburg 1964.

Kurt Tiesler: Verzeichnis von Lebensläufen aus der Zeit von 1579 bis 1724 aus 507 Königsberger Leichenpredigten. Leipzig 1927.

Text: „Martin Maletius“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Alexander von Drygalski (1719–1781) · geboren in Komorowo

Alexander von Drygalski (geb. 1719 in Kommorowen; gest. 21. Dezember 1781 in Neuhoff) war ein preußischer Richter, Justizdirektor und Landrat.

Herkunft

Alexander von Drygalski war Angehöriger des ostpreußischen Adelsgeschlechts Drygalski. Er war der Sohn von Bernhard von Drygalski, Erbherr auf Kommorowen, und dessen Ehefrau Maria Elisabeth, geb. Graeber.

Leben

Von Drygalski immatrikulierte sich am 4. März 1738 an der Universität Königsberg für ein Studium der Rechte. Nachdem er 1741 das erste juristische Examen abgelegt hatte, war er für sechs Jahre als Agent tätig. Ab 1748 arbeitete er weitere sechs Jahre als Richter und als Stadtschreiber in Gilgenburg. Im Frühjahr 1763 wurde er zum Nachfolger von Timotheus von Brauchitsch als Landrat des Kreises Oletzko ernannt. Das Amt als Landrat übte er bis zum Jahr 1769 aus, sein Nachfolger wurde Johann Albrecht Stach von Goltzheim. Im Anschluss wurde er am 25. Oktober 1769 zum Justizdirektor in Lyck ernannt.

Persönliches

Alexander von Drygalski saß auf Malinken und Pammern und war Besitzer der Güter Pistken und Miedzien. Am 18. Februar 1755 erhielt die Familie ein Anerkennungs-Diplom ihres alten Adelstitels. Er war in erster Ehe mit Margarethe Luttermann (* 1703), geb. Kurcina, verheiratet. In zweiter Ehe vermählte er sich im Jahr 1755 mit Elisabeth († 1755), geb. von Berg.

Text: „Alexander von Drygalski“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Friedrich von Kall (1742–1809)

Friedrich Georg von Kall (* 3. Juli 1742 in der Pfalz; † 30. November 1809 in Bialla) war ein preußischer Generalmajor.

Militärkarriere

Kall stand zunächst 1756 im Regiment „Volontaire de Clermont Prince“ in französischen Diensten. Am 5. November 1757 wurde er in der Schlacht bei Roßbach während des Siebenjährigen Krieges von preußischen Truppen gefangen genommen und daraufhin 1762 im Husarenregiment „von Lossow“ angestellt. Mit dem Regiment kämpfte er in der Schlacht bei Burkersdorf und erlitt dabei Verwundungen am Kopf und Ellenbogen. Am 29. April 1764 wurde Kall Kornett und am 28. April 1766 Sekondeleutnant. Als solcher kam Kall Anfang Juli 1770 zum Bosniaken-Regiment. Während des Bayerischen Erbfolgekrieges nahm Kall am Gefecht bei Jägerndorf teil, wurde im Mai 1779 Rittmeister und Eskadronchef sowie im Februar 1788 Major.

Durch König Friedrich Wilhelm II. wurde er am 7. Juni 1792 für sich und seine Familie in den erblichen Adelsstand erhoben.

Kall kam mit seinem Regiment 1794/95 im Feldzug in Polen zum Einsatz und erhielt für seine Leistungen am 8. August 1794 den Orden Pour le Mérite. Im Januar 1796 stieg er zum Oberstleutnant auf und wurde am 20. Mai 1798 mit Patent vom 3. Juni 1798 zum Oberst befördert. Im Oktober des Folgejahres ernannte man ihn zum Regimentskommandeur. Im Vierten Koalitionskrieg 1806/07 führte Kall, nunmehr seit Mai 1806 Generalmajor sein Regiment u. a. in der Schlacht bei Jena und Auerstedt.

Nach dem Frieden von Tilsit wurde Kall alters- und krankheitsbedingt unter Verleihung des Roten Adlerordens mit einer Pension von 1000 Talern am 7. November 1807 der Abschied gewährt. Durch die schwierige Lage der Staatskasse infolge der Kriegskontributionen erhielt er jedoch nur die Hälfte der jährlichen Pension ausgezahlt.

Familie

Kall hatte sich 1783 mit Helene Christiane Juliane von Heilsberg (* 28. April 1761; † 18. November 1831 in Königsberg) verheiratet. Aus der Ehe gingen folgende Kinder hervor:

Theodor Georg Friedrich (1781–1813), preußischer Major, zuletzt Kommandeur des 2. Leib-Husaren-Regiments, Ritter des Ordens Pour le Mérite

Philipp Valentin (* 31. Dezember 1788 in Stallupönen; † 27. April 1813 bei Kahla), preußischer Rittmeister, zuletzt Chef der Kosaken-Eskadron im Garde-Husaren-Regiment, Ritter des Ordens Pour le Mérite

Friedrich Wilhelm Ferdinand (* 28. März 1800 in Zabłudów), preußischer Premierleutnant

Heinrich Johann (* 21. August 1801 in Zabłudów; † 14. März 1853), preußischer Hauptmann a. D.

Text: „Friedrich von Kall“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Julius Ebhardt (1816–1894) · geboren in Biała Piska

Julius August Alexander Ebhardt (* 19. Februar 1816 auf Gut Kommorowen, Kr. Johannisburg; † 24. Oktober 1894 in Kosuchen, Kr. Johannisburg) war ein deutscher Gutsbesitzer in Ostpreußen.

Leben

Ebhardt besuchte das Collegium Fridericianum in Königsberg i.Pr. Als stud. iur. wurde Ebhardt im Sommersemester 1836 im Corps Masovia aktiv. 1849, 1859 und 1865/66 war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses: (Wahlkreis 1/Gumbinnen: Linke – Wahlkreis 5, 1/Gumbinnen 5, nach Schluss der 1. Session ausgeschieden – Wahlkreis 8, 2-8, 3/Gumbinnen 6: Fortschritt). Er starb als Rentner in Kosuchen. Das Gut Kommorowen hieß von 1938 bis 1945 Ebhardtshof.

Text: „Julius Ebhardt“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Julius Rimarski (1849–1935) · geboren in Biała Piska

Julius Rimarski (* 17. Mai 1849 in Bialla, Kreis Johannisburg; † 4. August 1935 in Sensburg) war ein deutscher Pfarrer in Ostpreußen.

Leben

Julius Rimarski besuchte das Königliche Gymnasium Lyck. Nach dem Abitur studierte er an der Albertus-Universität Königsberg Evangelische Theologie. Wie viele Schüler seiner Schule schloss er sich im Sommersemester 1869 dem Corps Masovia an. Von 1878 bis 1885 war er Pfarrer in Stradaunen, das zu Johannisburg kam. Seit 1887 Pfarrer in Liebemühl (polnisch Miłomłyn), wurde er 1895 Pfarrer und Superintendent an der Evangelischen Pfarrkirche in Sensburg (polnisch Mrągowo). Ab 1920 saß er in der Generalsynode der Kirche der Altpreußischen Union. 1925 wurde er emeritiert.

Er war vermutlich verwandt mit Walther Rimarski.

Text: „Julius Rimarski“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Walther Tomuschat (1866–1914) · geboren in Biała Piska

Walther Tomuschat (* 30. April 1866 in Bialla, Kreis Johannisburg, Provinz Ostpreußen; † 22. Oktober 1914 in Bromberg, Westpreußen) war ein deutscher Gymnasiallehrer und Autor historischer Schulbücher.

Leben

Er besuchte das Altstädtische Gymnasium (Königsberg). Nach dem Abitur studierte er ab dem Wintersemester 1883/84 Philologie und Geschichte an der Albertus-Universität Königsberg und wurde Mitglied im Corps Masovia. Er wurde Seminardirektor in Berlin und Regierungs- und Schulrat in Bromberg. Dort starb er im Alter von 48 Jahren. Er hinterließ seine Frau Marta geb. Schundau, die er am 7. Oktober 1896 geheiratet hatte.

Er verfasste Schulbücher, die bis in die 1920er Jahre in mehreren Auflagen erschienen. Hinzu kam eine zweibändige Darstellung der Beziehung zwischen dem Königreich Preußen und Napoleon Bonaparte.

Schriften

mit Karl Kauffmann und Johannes Berndt: Geschichtsbetrachtungen – Hilfsbuch für den Geschichtsunterricht insbesondere in Lehrerseminaren und für die Fortbildung des Lehrers.

1. Band: Aus dem Altertum, dem Mittelalter und der Reformationszeit bis zum Dreißigjährigen Kriege. Leipzig 1903. 4. Auflage 1920

2. Band: Vom Westfälischen Frieden bis auf unsere Zeit. Leipzig 1906. Google Books. 4. Auflage 1921

Deutsches Lesebuch für Lehrerbildungsanstalten. 3 Bände, Hirt, Breslau 1903–1905. 2. Auflage Hirt, Breslau 1908.

Preußen und Napoleon. Ein Jahrzehnt preußischer Geschichte, 2 Bände. Leipzig 1911. Google Books

Text: „Walther Tomuschat“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Arthur Linker (1874–1949) · geboren in Biała Piska

Paul Benjamin Arthur Linker (* 27. Juni 1874 in Bialla, Landkreis Johannisburg, Ostpreußen; † 5. Juli 1949 in Hannover, Niedersachsen) war ein deutscher Ingenieur und Hochschullehrer.

Leben

In den Jahren 1899–1900 war Linker Ingenieur bei der AG Volta in Reval (Estland), wechselte aber im Jahr 1900 als Leiter des Technikums Elektra nach Berlin, wo er bis 1904 blieb. 1906 war er Assistent am Elektrotechnischen Institut der Technischen Hochschule Karlsruhe.

Im selben Jahr (1906) machte er in Karlsruhe sein Diplom zum Dipl.-Ing., 1907 wurde er zum Dr.-Ing. promoviert und war in den Jahren 1906 bis 1923 Lehrer an den Maschinenbauschulen in Kiel und Hagen. Von 1915 bis 1918 nahm er am Ersten Weltkrieg als aktiver Heeressoldat teil.

Im Jahr 1920 wurde Linker Chefelektriker der Folke Hain AB in Malmö (Südschweden), kehrte aber 1921 wieder nach Deutschland zurück und war von 1921 bis 1924 Assistent am Elektrotechnischen Institut der Technischen Hochschule Hannover. Gleichzeitig lehrte er ab 1921 an seiner Hochschule als Privatdozent, erhielt dann aber von 1929 bis 1939 einen offiziellen Lehrauftrag für Elektrotechnik. Seit 1930 arbeitete Linker außerdem als beratender Patentingenieur. Er trat bereits zum 1. September 1932 in die NSDAP ein (Mitgliedsnummer 1.284.578).

Text: „Arthur Linker“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Walther Rimarski (1874–1963) · geboren in Biała Piska

Walther Rimarski (* 7. August 1874 Bialla, Ostpreußen; † 24. Dezember 1963 in Berlin-Halensee) war ein deutscher Chemiker. Er war Präsident der Chemisch-Technischen Reichsanstalt in Berlin.

Leben

Rimarski studierte Chemie an der TH Charlottenburg. 1897 wurde er Mitglied des Corps Borussia Berlin. 1903 wurde er an der Albertus-Universität Königsberg zum Dr. phil. promoviert. In der Weimarer Republik war er viele Jahre Präsident der Chemisch-Technischen Reichsanstalt (CTR), einer Nachfolgeeinrichtung des 1889 gegründeten Militärversuchsamtes. Mit Maximilian Pfender, dem späteren Präsidenten der BAM, organisierte er den Wiederaufbau des (früher: Königlichen) Staatlichen Materialprüfungsamtes (MPA, 1919–1945), das 1954 mit den zivilen Überresten der CTR zur Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) verschmolzen wurde.

Im Jahr 1944 erhielt er die Goethe-Medaille für Kunst und Wissenschaft.

Walther Rimarski starb 1963 im Alter von 89 Jahren in Berlin und wurde auf dem Waldfriedhof Zehlendorf beigesetzt. Das Grab ist nicht erhalten.

Er war wohl verwandt mit Julius Rimarski.

Schriften

Acetylen in sicherheitstechnischer Hinsicht. Carl Marhold Verlagsbuchhandlung, Halle 1925

Text: „Walther Rimarski“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Herbert Neumann (1888–1976) · geboren in Biała Piska

Herbert Neumann (* 9. Januar 1888 in Bialla, Masuren, Kreis Johannisburg, Provinz Ostpreußen; † 18. Juli 1976 in West-Berlin) war ein deutscher Verwaltungsjurist.

Leben

Nach dem Abitur an der Friedrichsschule Gumbinnen studierte Neumann Rechtswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität. 1909 wurde er im Corps Isaria aktiv. Er wechselte an die heimatliche Albertus-Universität Königsberg, an der er 1913 die Referendarprüfung bestand. Ab Oktober 1913 diente er als Reserveoffizier im Litthauischen Ulanen-Regiment Nr. 12 in Insterburg. Mit ihm war er über den ganzen Ersten Weltkrieg an der Ostfront, zuletzt in Litauen und Kurland. In Estland, vom Deutschen Heer besetzt, wurde er Stellvertreter des Kreishauptmanns von Wierland, einem von der Militärverwaltung gegründeten Verwaltungsbezirk. Im Oktober 1917 kam Prinz Heinrich als Flottenchef nach Wierland, um das Unternehmen Albion vorzubereiten. Zur Luftaufklärung beorderte er Gunther Plüschow, der auf Neumanns Teilnahme bestand.

Nach der Assessorprüfung (1921) kam Neumann zur Regierung in Gumbinnen. In Deutschlands östlichstem Regierungsbezirk vertrat er Landräte. 1922 wurde er Landrat des Kreises Preußisch Eylau. Medienberichten zufolge wurde ihm in der Öffentlichkeit seinem Empfinden nach nicht immer angemessener Respekt erwiesen, den er manchmal zu erzwingen suchte. Zu seinem zehnjährigen Dienstjubiläum benannte die Stadt Pr. Eylau 1932 eine Straße nach ihm. Obwohl er der NSDAP fernstand und ihrer Führung keine Konzessionen machte, konnte er bis zum September 1938 auf dem Posten bleiben. Er wurde unter dem Vorwand entlassen, an einer Familienfeier des Kammerherrn von Elard von Oldenburg-Januschau teilgenommen zu haben.

Im Mai 1939 übernahm er die Leitung des Oberlandratsbezirks Königgrätz im sog. Protektorat Böhmen und Mähren. Zuletzt nach dem von deutschen Truppen bereits im Oktober 1938 besetzten Reichenberg abgeordnet, nahm er im September 1939 am Überfall auf Polen teil. Als Verwaltungsjurist seit November 1939 im Wartestand, wurde er im November 1940 auf eigenen Antrag wegen einer schweren Wirbelsäulenverletzung pensioniert und aus dem Heer (Wehrmacht) entlassen.

In den letzten Kriegsjahren stellte er seine Verwaltungserfahrungen öffentlichen und halböffentlichen Einrichtungen des Reichs zur Verfügung. In der Nachkriegszeit beriet er den Magistrat von Berlin und die Evangelische Kirche. Ab 1949 war er bis ins hohe Alter Verwaltungsrechtsrat zur Vertretung vor den Verwaltungsgerichten in Berlin. Sein Büro hatte er am Kurfürstendamm 103/104. Seine für die Zeitgeschichte wichtigen Unterlagen wurden von der Landsmannschaft Ostpreußen in Verwahrung genommen. Seit 1950 war er Corpsschleifenträger der Masovia. Das Corps Palaiomarchia verlieh ihm (wie den anderen Masuren) 1960 das Band.

Privates

Herbert Neumann war Junggeselle, hatte eine jahrzehntelange Freundschaft mit Fräulein Kulisz und unterhielt enge familiäre Beziehungen mit den Töchtern des Otto Neumann „Tadellos“ aus Arys (Masuren), Lena Lütkes und Clara Streitz, sowie Claras Sohn Klaus Streitz und seiner Familie, Irmgard geb. Kuch, Wolfgang, Michael und Christiane Streitz. Fräulein Wasmuth führte jahrelang seinen Haushalt am Olivaer Platz.

Text: „Herbert Neumann (Landrat)“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Auguste Haase (1899–1945) · geboren in Biała Piska

Auguste Haase, geb. Auguste Kaminski (* 26. August 1899 in Schwiddern, Landkreis Johannisburg, Ostpreußen; † 12. Januar 1945 in Berlin-Plötzensee) war eine deutsche Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Leben

Auguste Kaminski war das älteste von vier Kindern einer Arbeiterfamilie in der ländlich geprägten Provinz Ostpreußen. Nach dem Abschluss der Volksschule wurde sie zunächst Hausangestellte. 1914 geriet sie zusammen mit ihrer Mutter vier Jahre lang in russische Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit heiratete sie Karl Haase, mit dem sie vier Kinder bekam. 1929 wurde die Ehe geschieden, Auguste Haase lebte da bereits seit drei Jahren in Berlin. 1934 zog sie nach Zepernick, wo sie sich in der bereits illegalen örtlichen KPD-Gruppe engagierte. 1935 wurde sie deswegen zusammen mit anderen aus dieser Widerstandsgruppe vom Berliner Kammergericht angeklagt wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ und zu 21 Monaten Gefängnis verurteilt. Nach ihrer Haftentlassung fand sie Beschäftigung bei der Firma Bergmann, bei der sie später wegen ihrer Russischkenntnisse als Leiterin des betrieblichen Zwangsarbeiterlagers eingesetzt wurde.

Anfang 1944 fand Auguste Haase Kontakt zur Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation über Elli Voigt und Gertrud Temlitz in Schönow und Gustav Wegener in Berlin. Haase stellte ihre Wohnung für illegale Zusammenkünfte zur Verfügung, vermittelte Kontakte und gab illegale Flugblätter weiter. Gemeinsam unterstützten sie sowjetische und französische Zwangsarbeiter und organisierten Solidaritätsaktionen.

Am 3. August 1944 wurde Auguste Haase von einem Sonderkommando der Gestapo verhaftet. Sie wurde in das Untersuchungsgefängnis nach Potsdam gebracht und dort vom Volksgerichtshof am 7. Dezember 1944 zur Höchststrafe verurteilt. Nach der Verurteilung wurde sie bis zur Vollstreckung des Urteils nach Berlin in das Frauengefängnis Barnimstraße gebracht. Am 12. Januar 1945 wurde sie durch den Scharfrichter Wilhelm Röttger in der JVA Berlin-Plötzensee hingerichtet.

Ehrung

In Schönow erinnert ein Gedenkstein für ermordete Gegner des NS-Regimes auch an Auguste Haase.

Am 8. Februar 2023 wurde in Schönow eine Straße nach Auguste Haase benannt.

Text: „Auguste Haase“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Fritz Ruchay (1909–2000) · geboren in Biała Piska

Fritz Ruchay (* 12. Dezember 1909 in Bialla; † 6. September 2000) war ein deutscher Fußballspieler und Fußballtrainer. In der deutschen Nationalmannschaft kam der Außenläufer im Oktober 1935 beim 3:0-Sieg über Lettland in Königsberg zum Einsatz.

Laufbahn

Der Allroundspieler, er konnte in der Läuferreihe jede Position einnehmen, kam von der SpVgg ASCO Königsberg zu SV Prussia-Samland Königsberg. Als er in den Jahren 1931 und 1933 mit dem SV Prussia die Meisterschaften des Baltenverbandes erringen konnte, nahm er mit Mannschaftskollegen wie Torhüter Walter Greif, Kurt Gehlhammer, Paul Wegner, Kurt Mischke, Peter Beutler, Emil Norde, Paul Bläsner, Paul Stillger und Helmut Riemann an den Endrunden um die deutsche Fußballmeisterschaft teil. Er schied mit den Schwarz-Weiß-Blauen aus dem Königsberger Stadtteil Amalienau jeweils in der ersten Runde gegen Holstein Kiel beziehungsweise den Beuthener SSV 09 aus. Mit Prussia spielte er im Gau 1 in den 30er Jahren eine gute Rolle. In der Gauauswahl von Ostpreußen vertrat er die Farben im Reichsbundpokal. In der Saison 1935/36 setzte sich Ostpreußen am 20. Oktober 1935 mit 4:1 gegen die Auswahl der Nordmark durch und scheiterte am 10. November gegen Brandenburg durch eine 0:1-Niederlage in Königsberg. In beiden Spielen war die Läuferreihe mit Gustav Clemens, Paul Matthies und Ruchay aufgelaufen. Er verzog später nach Berlin und war dort noch aktiv bei Tennis Borussia Berlin und arbeitete daneben als Sprecher beim Reichsrundfunksender.

In der deutschen Nationalmannschaft kam der Außenläufer am 13. Oktober 1935 bei einem 3:0-Sieg über Lettland in Königsberg zum Einsatz. Er bildete dabei mit Paul Matthies und Hans Appel die deutsche Läuferreihe. Die zwei weiteren Debütanten Otto Bökle und Herbert Panse kamen im Angriff zum Einsatz.

Am 20. Juli 1937 beantragte er die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. Mai desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 4.860.701).

Ab 1940 war er als Trainer tätig, zunächst für den SV Waldhof Mannheim in der Gauliga Baden (1939-Mai 1940), nach dem Zweiten Weltkrieg für die Stuttgarter Kickers in der Saison 1949/50 in der Fußball-Oberliga Süd, als er in den letzten sieben Rundenspielen den Abstieg der Kickers nicht verhindern konnte. Danach beim Badischen Fußballverband als Verbandstrainer von 1950 bis 1952, beim 1. FC Pforzheim, Union Böckingen, dem VfR Kaiserslautern von 1954 bis 1956 und auch noch dem Karlsruher FV (1959–60).

Text: „Fritz Ruchay“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Hugo Haß (1912–2000) · geboren in Długi Kąt

Hugo Haß (* 23. Mai 1912 in Klarheim; † 16. Februar 2000 in Hofgeismar) war ein deutscher Generalmajor des Heeres der Bundeswehr, Oberstleutnant im Generalstab des Heeres der Wehrmacht und Angehöriger des Bundesnachrichtendienstes. Zuletzt war er Amtschef der Military Agency for Standardization der NATO in London.

Leben

Haß trat am 1. April 1932 als Offizieranwärter in die Reichswehr ein. Nach einer Verwendung im Infanterie-Regiment 5 und Lehrgängen an der Infanterieschule der Reichswehr in Dresden und der Artillerieschule in Jüterbog, wurde er am 1. Oktober 1934 zum Leutnant befördert und war von Oktober 1934 bis Oktober 1935 Zugführer in der Nachrichtenabteilung 2 in Stettin, bevor er Adjutant und Kompaniechef der Nachrichtenabteilung 12 in Schwerin wurde. Ab Oktober 1939 war er 1. Ordonnanzoffizier im Stab der 2. Infanterie-Division und nahm vom Januar bis April 1941 am 4. Generalstabslehrgang an der Kriegsakademie in Berlin teil. Anschließend wurde er 2. Verbindungsoffizier des Oberkommandos des Heeres zur Heeresgruppe Nord. Ab April 1943 war er Referent in der Chefgruppe des Generalquartiermeisters im Generalstab des Heeres/Oberkommando des Heeres und ab Juli 1943 Quartiermeister im Stab des XXVII. Armeekorps. Von Februar bis Juli 1944 war er Erster Generalstabsoffizier der 275. Infanterie-Division und zuletzt Quartiermeister im Wehrmachtsführungsstab/Oberkommando der Wehrmacht (Kommandantur).

Von Mai 1945 bis Mai 1947 war Haß in britischer Kriegsgefangenschaft. Danach absolvierte er eine Berufsausbildung als Maurer und war von 1949 bis 1952 selbständiger Bauunternehmer in Hofgeismar. Von 1952 bis 1955 war er Mitarbeiter im Amt Blank und dort Beauftragter für die Europäische Verteidigungsgemeinschaft.

Am 1. Januar 1956 wurde Haß als Oberst in die Bundeswehr eingestellt und war zunächst Referatsleiter für Logistik im Bundesministerium der Verteidigung. Im April 1958 wurde er Stabsoffizier in der Logistikabteilung im Supreme Headquarters Allied Powers Europe in Paris und im August 1961 Leiter Deutscher Bevollmächtigter Nord in Mönchengladbach, wo er im September 1962 zum Brigadegeneral befördert wurde. Von Oktober 1962 bis September 1965 war Haß Unterabteilungsleiter im Bundesnachrichtendienst. Anschließend kehrte er als stellvertretender Divisionskommandeur der 7. Panzergrenadierdivision in Unna zur Bundeswehr zurück und war von Oktober 1966 bis September 1967 stellvertretender Divisionskommandeur der 10. Panzergrenadierdivision in Sigmaringen. In seiner letzten Verwendung war er Amtschef des Military Agency for Standardization der NATO in London. Mit Ablauf des Juli 1970 wurde er in den Ruhestand versetzt.

Haß war verheiratet.

Auszeichnungen

Kriegsverdienstkreuz I. Klasse

Text: „Hugo Haß“, deutschsprachige Wikipedia, Lizenz CC BY-SA 4.0.

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Stand: Oktober 2026. ← Startseite

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